Open Science

Seit 2021 gibt es die UNESCO-Empfehlung zu Open Science. Damit gibt es zum ersten Mal eine zwischenstaatlich vereinbarte Definition von Open Science - auf dieser Basis arbeiten die UNESCO und die Deutsche UNESCO-Kommission daran, dass sich die Wissenschaft weiter gegenüber der Gesellschaft öffnet und Daten, Methoden und Publikationen nach offenen Standards bereitstellt.

Open Science ist ein einfaches Konzept: Es geht um besseren Zugang zu und Teilhabe an wissenschaftlicher Forschung und ihren Ergebnissen und Methoden. Die Ziele von Open Science sind aus Sicht der UNESCO zweierlei: Einerseits ermöglicht Open Science gerechteren Zugang zu Wissenschaft weltweit und damit auch bessere Beiträge zur Lösung von Weltproblemen; andererseits verbessert Open Science innerwissenschaftlich Effizienz, Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Auch Inter- und Transdisziplinarität wird gestärkt und der Austausch mit der Wirtschaft und internationalen Partnern erleichtert. Insgesamt ist Open Science für die UNESCO ein wichtiger Beitrag zur Verwirklichung des Menschenrechts auf Teilhabe am wissenschaftlichen Fortschritt, zur Agenda 2030 und zur Wissenschaftsfreiheit.
 

Seit den Erfahrungen mit wissenschaftlichem Publizieren in der Covid-19 Pandemie und der Empfehlung von 2021 hat die Arbeit der UNESCO an Open Science an Fahrt aufgenommen, sie hat aber schon mit der Weltwissenschaftskonferenz 1999 begonnen. Zum Beispiel publiziert die UNESCO selbst seit 2013 unter Open Access Prinzipien (mit einer Creative Commons IGO Lizenz). Die UNESCO-Empfehlung zur Wissenschaft von 2017 bezieht sich darauf und auch die Arbeit der UNESCO zu offenen Bildungsmaterialien (Open Educational Resources) seit 20 Jahren ist ein Beitrag zu Open Science. 

Die Förderung der Umsetzung der Open Science Empfehlung ist derzeit ein Schwerpunkt der wissenschaftspolitischen Arbeit der Deutschen UNESCO-Kommission. Bereits mehrere große deutsche Wissenschaftsorganisationen haben Grundlagenpapiere zu Open Science im Sinn der UNESCO-Empfehlung verabschiedet. Diese gibt vielen wichtigen Diskussionssträngen der Wissenschaftspolitik einen gemeinsamen Bezugspunkt: Wie umgehen mit Staaten, die zwar Offenheit von anderen Staaten fordern, aber selbst weder Daten teilen noch Patente achten? Wie den Dialog zwischen den Wissenssystemen stärken, vor allem mit Blick auf indigenes und lokales Wissen? Wie wissenschaftliches Fehlverhalten erkennen und sanktionieren? Wie digitale Forschungsdaten zur biologischen Vielfalt grenzüberschreitend behandeln?

Die Deutsche UNESCO-Kommission organisierte seit 2021 mehrere Fachgespräche mit Vertreterinnen und Vertretern fast aller für Open Science wichtigen Wissenschaftsorganisationen, um bei der Institutionalisierung von Open Science sowie bei dem Verständnis von Grenzen und Dilemmata von Offenheit voranzukommen. Eine wichtige Rolle spielen zum Beispiel die wissenschaftlichen Fachgesellschaften.

Außerdem kooperierte die Deutsche UNESCO-Kommission mit Partnern wie der Leibniz Gemeinschaft bei deren Open Science Conferences, zum Beispiel beim Workshop „Fostering Open Science in Africa”. Sie unterstützte ebenfalls die Gründung der „Global Citizen Science Partnership“; sie beteiligt sich zudem an internationalen Arbeitsgruppen der UNESCO.

Publikation

Open Science - Perspektiven aus Deutschland auf die Erarbeitung der geplanten Empfehlung der UNESCO.
Deutsche UNESCO-Kommission, 2020